Zukunftsschutzgebiet
Stadtraum

Die Zukunft war früher auch besser!

Zum Stand der Mission Zukunftsschutzgebiete

Abstecken und zuspitzen. Zukunftsschutzgebiete in the making. Fotos: Drosos Stiftung & Otto Kronschwitz

Abstecken und zuspitzen. Zukunftsschutzgebiete in the making. Fotos: Drosos Stiftung & Otto Kronschwitz


Es ist ein weiter Weg…

Wenn Grünschnäbel sich in die Stadtentwicklung auf Bundesebene einmischen

Seit wir uns 2018 den Begriff der Zukunftsschutzgebiete ausgedacht haben sind wir auf der Suche nach einer belastbaren Definition. Denn die größte Stärke der Idee der ist gleichzeitig ihr größtes Manko: Die Gewaltigkeit des Begriffs, die Dimensionen, die in allen Köpfen aufgehen, wenn es erstmal um „Zukunft“ geht. Wir haben das bei der Diskussion beim 13. Kongress der Nationalen Stadtentwicklungspolitik in Stuttgart erleben können, wie weit und breit und kreuz und quer die Gedanken so schießen.

Zur #raumkon19 haben wir eine ganze Reihe an Veranstaltungen dazu durchgeführt. Dort wurden die Hintergründe zum Warum, zum Wie und zum Was der Zukunftsschutzgebiete beleuchtet und jede Menge Material dabei gesammelt:

Veranstaltungen

Zukunftserwartungen

Paradiesvorstellungen und Endzeitszenarien in der Stadtentwicklung

Keynotes

18.06.2019, 16:3018:30 Uhr

Philosophische Betrachtung zweier entgegengesetzter Zukünfte unserer Städte

Gemeinwohl-Geschäftsmodelle

Wie Raumunternehmen sozialen Mehrwert schaffen und was davon übertragbar ist

Fachgespräch

20.06.2019, 10:0014:00 Uhr

Gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklung ist praktikabel und rechnet sich – in vielerlei Hinsicht

Unplanbares Planen

Wie man Informalität zu fassen bekommt

Fachgespräch

21.06.2019, 10:0013:00 Uhr

Herausforderungen und Chancen für die Verankerung von Informalität in der Bauleitplanung

Bundeszukunftsschutzgesetz

Vielfalt und Resilienz durch Informalitätsgebiete fest verankern

Werkstatt

21.06.2019, 14:0018:00 Uhr

Wie können Zukunftsschutzgebiete Wirklichkeit werden und was könnten rechtliche Grundlagen dafür sein?

Kommission Zukunftsschutzgebiete

Wir konzipieren einen Runden Tisch Liegenschaftspolitik für Dresden

Werkstatt

22.06.2019, 12:0016:00 Uhr

Die Zukunft Dresdens braucht eine Lobby. Wie gehen wir das am besten an?

...ins Zukunftsschutgebiet

Die definitive Definition ist in Sicht

Auch im Rahmen der Urbanen Liga haben wir uns im Herbst 2019 zuerst bei Adapter in Stuttgart, dann beim Denklabor in Berlin und schließlich bei einem Hackathon Wochenende im #Rosenwerk mit rechtlichen, philosophischen und tranformationsbezogenen Fragen dazu auseinandergesetzt.

Das, was auf dem Weg rausgekommen ist, ist noch roh, wird gerade lektoriert, mit Grafiken ergänzt und schickischick gemacht. Ziel ist, es im ersten Halbjahr 2020 gedruckt und online zu veröffentlichen. Dieses Produkt der Ko-Forschung der Urbanen Liga wird die entscheidende Grundlage sein für neue Bündnisse, vielleicht das eine oder andere Forschungsprojekt und natürlich Lobbyarbeit für mehr Zukunftsschutz in den Kommunen wie auch in Bund und Ländern.

Wenn alles klappt, wird der Release flankiert durch eine kleine überregionale Kampagne, die auf dieser Webseite ihren Dreh- und Angelpunkt haben wird. Man kann sich dann einfach selbst als Zukunftsschutzgebiet ausrufen und kostenlos sein Starterkit bestellen! Soweit zumindest die Idee. Nächster Schritt ist mal wieder die Finanzierung.


Zukunft X Dorf!

Außerdem, sehr geil, haben wir endlich eine Antwort auf die Frage der Umsetzung im ländlichen Raum! 

Wir haben schon viele Diskussionen darüber geführt, warum die Zukunftsschutzgebiete nur auf die Stadt und nicht aufs Land bezogen sind. Grundidee der „Schutzgebiete“ ist ja, dass man Flächen gegenüber dem fiebrigen Immobilienmarkt sichern muss. Selbst in schrumpfenden und kleinen Städten macht das sicher Sinn, in Zeiten des Raum-Überflusses für andere Zeiten vorzusorgen, anstatt alles abzureißen und zu privatisieren. Nicht wenige Städte haben ihre Renaissance erlebt...

Doch im „richtigen“ ländlichen Raum ist eher Leerstand das Problem, die Urbanisierung schreitet nunmal unaufhaltsam voran. Wie heißen also Zukunftsschutzgebiete auf dem Dorf, wo sie wahrscheinlich noch mehr als in der Stadt gebraucht werden, aber eben nicht so sehr bodenpolitisch verteidigt werden müssen? Genau! Zukunftsorte. Folgerichtig, und super gemacht vom Netzwerk Zukunftsorte, schon viel weiter und schicker und stabiler als wir.

Wir sollten uns mal treffen, spätestens beim nächsten Immovielien Netzwerktreffen!



Mission: Zukunftsschutzgebiete

Die lebenswerte Stadt von morgen braucht ihren Entfaltungsraum schon heute!

Zukunftsschutzgebiete konservieren nicht das, was vorhanden ist, sondern sind offene Laborflächen für das, was sein könnte. Innerhalb dieser zivilen Schutzräume ist es möglich, unbefangen miteinander zu gestalten, ohne dass bauliche oder mentale Sachzwänge den Freiraum weitreichend einschränken. Es geht um zwischenmenschliche Biotope in der Stadt, in denen Modelle nachhaltiger Raumentwicklung unkompliziert und gemeinsam erprobt werden.

Zukunftsschutzgebiete sind letztlich auch Ideen. Die Stadt unserer Träume entsteht auf dem Fundament von beständigem Diskurs. Wie wollen wir in Zukunft miteinander leben? Was ist Gemeinwohl und wer sorgt dafür? Was kann ich konkret leisten?

Vorab braucht es ein Bewusstsein dafür, dass jede:r Einzelne die Kelle in der Hand hält. Es liegt an uns, mit dem Zement koproduktiver Stadtentwicklung die Bausteine einer gemeinsamen Vision zusammenzufügen.


Wozu braucht es Zukunftsschutzgebiete?

Um den Schattenseiten städtischen Wachstums ein stabilisierendes Modell nachhaltiger Entwicklung entgegenzusetzen. Soziale Ungleichheit, räumliche Verdrängung, bauliche Monotonie und Verlust an Diversität: Menschen verabschieden sich aus dem politischen Prozess, auch weil der Raum verloren geht, in dem die Stadtgesellschaft ins Gespräch kommen und sich neu erfinden kann. Dementgegen stehen Zukunftsschutzgebiete als inklusiv designte Orte, an denen sich eine nachhaltige Baukultur etablieren kann, die sowohl ökologische Qualität als auch Anpassungsfähigkeit im Blick hat.

Es gibt keinen Generalschlüssel für gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung, umso mehr braucht es Räume für Experimente, in denen sich resiliente Visionen entfalten und neue Partnerschaften entstehen können. Sie fördern die Entstehung gesellschaftlicher Prototypen, die zukünftige Bedarfe und Möglichkeiten im Blick haben. Zukunftsschutzgebiete skalieren die Ideen der informellen Stadtmacher:innen. Hier kommen sie in denselben Betonmischer wie kommunalpolitische Absicht und Eigentümer:inneninteresse.


Was brauchen Zukunftsschutzgebiete?

Langfristig bezahlbaren Wirk- und Entfaltungsraum für innovative Stadtproduktion auf Augenhöhe. Gesicherte Flächen, die sich nutzer:innengetragen entwickeln und Experimentierfreude einfordern – auch mit dem Risiko, zu scheitern. Einen Betriebsmodus, der Informalität toleriert und Offenheit verstetigt. Gemeinsam gesetzte Ziele, die eine Orientierung am Gemeinwohl garantieren. Und ein Netzwerk: Es braucht ein weit verzweigtes Gefüge lokaler Zentren, die koproduktiv miteinander in Verbindung treten.